Hier wird alles Rund um den Dackel veröffentlicht!

 

Sie haben eine nette Geschichte, etwas zu verkaufen, oder sonst einen Beitrag, dann ist das genau die richtige Stelle um dies mit den anderen Dackelfreunden zu teilen.


Dackel können ALLES!

Ich bin stolze Besitzerin eines dreieinhalbjährigen Kurzhaarrüden, des Bertl. Er ist sehr temperamentvoll und hat einen ausgeprägten Jagdtrieb. Jedoch bin ich keine Jägerin. Deshalb musste ich für meinen Hund eine andere Arbeit finden und so habe ich Rally Obedience (RO) für uns entdeckt.

RO ist eine junge Hundesportart, bei der der Spaß im Vordergrund steht und ist für jeden Hund und Hundeführer geeignet. In einem 20 x 30 m großen Parcour werden Schilder aufgestellt, die im vorgegebenen Zeitlimit abgearbeitet werden müssen. Auf den Schildern steht, was das Hund/Mensch Team auszuführen hat, wie z.B. Sitz und Platz, Hund umrundet Führer, Führer umrundet Hund, Slalom um Pylonen und in welche Richtung es weiter geht. Das schöne bei RO ist, dass nicht so streng gewertet wird wie bei Obedience, der Königsklasse des Gehorsams. Dackel und absoluter Gehorsam, geht das? Es geht!

Der Bertl und ich sind unsere erste richtige RO Prüfung beim Helloweeenturnier des Hundesportvereins Moosburg/Aich gelaufen.
Als wir am Hundeplatz angekommen waren, war schon mächtig was los, denn es hatten 85 Starter gemeldet. Die Beginnerklasse, in der der Bertl und ich starteten, war als erste dran.
Los ging es mit dem Briefing. Beim Briefing gleicht die Richterin die Starterliste mit den anwesenden Hundeführern ab. Dann erklärte sie nochmal einige Regeln. Man darf mit oder ohne Leine laufen. Den Hund ansprechen und mit der Hand berühren ist erlaubt (was sich allerdings bei einem Dackel schwierig gestaltet). Nach jedem abgearbeitetem Schild kann mit Leckerli belohnt werden, zwischen den Schildern aber darf man kein Leckerli in der Hand haben. Nicht erlaubt sind Futterbeutel, die Belohnung muss in der Jackentasche verwahrt werden. Ebenfalls verboten sind Zughalsbänder, Stachelhalsbänder oder Ketten.
Anschließend wurde der Parkur für die Besichtigung freigegeben.

Schließlich war es für meinen Bertl und mich soweit.
Ich habe ihn aus dem Auto geholt und wir haben erstmal eine „Pissrunde“ gedreht. Dann ging’s auf den Turnierplatz, der von den Zelten der „Profis“ umsäumt war, an denen wir vorbei mußten. Mit breiter Brust ist mein Bertl in „Dackelmanier“ wie selbstverständlich vorbei stolziert. Wir haben alle Blicke auf uns gezogen. Ein Dackel bei einem RO Turnier scheint tatsächlich eine Attraktion unter all den Borders, Sheppards, Labis und Mixe zu sein.

Dann dürften wir auf den Vorbereitungsplatz. Ich habe meinen Hund aufgewärmt, ein paar Kommandos geübt und mit vielen Leckerlis aufmerksam gemacht -  angefüttert sozusagen. Endlich war der Parcour für uns frei. Ich habe Bertl abgeleint und los ging’s. Wird er bei mir bleiben und die Nase hochbekommen? Bei einem Dackel weiß man ja nie! Es hat geklappt. Er ist sehr schön bei Fuß gelaufen und hat mich während der ganzen Prüfung angeschaut. Mein Bertl war super! Ich habe mich sehr gefreut. Als wir durch waren, kam die Richterin zur Beurteilung. Sie hat gesagt, dass ich einen ganz tollen Dackel hätte, nur ich hätte Fehler gemacht. Ich hatte in der Aufregung ein Leckerli verloren, ein Schild falsch abgearbeitet und zuletzt noch das vorletzte in meiner Euphorie, weil bis dahin alles so gut lief, übersehen. Das gab ordentlich Punktabzug. Aber dennoch waren wir noch mit „gut“ in die Wertung, was nach nur vier Übungstagen ein toller Erfolg war. Trotzdem habe ich mich über mich geärgert. Aber mein Bertl hat mich ganz lieb getröstet, darin ist er sogar Weltmeister.

Dackel können eben ALLES! (Wenn sie wollen
😢😂)

Josefine Geltl (Sektion Landshut)